20.12.17, 16:40 Uhr, Alter: 30 Tage

Von Raketenlesern und Lesetandems - Uni und Luisenschule arbeiten bei der Leseförderung eng zusammen.

Auf los geht’s los. Svenja Schneider drückt auf die Stoppuhr und Almina aus der 5c schnurrt eine Wörterliste herunter. Eine Minute hat sie dazu Zeit. Sie liest fehlerfrei und sie kommt fast bis zum Schluss. „Super!“, lobt die Lehramtsanwärterin Svenja. Almina trägt auf der Raketenliste ein, wie viele Wörter sie dieses Mal geschafft hat. Sie hat die Liste jetzt zum dritten Mal gelesen und ihre Fortschritte sind deutlich sichtbar: an dem Kreuzchen, das sie schon ganz weit oben setzen kann.

Bild 1: Lisa Brinkmann (rechts) und Svenja Schneider (links), beide Lehramtsstudentinnen, machen die Kinder mit der Methode des „Lesetandems“ und des „Raketenlesens“ vertraut . Joel Wildemann (links), Rajarajan Rajithan (rechts) und Yusa Uzun (hinten) gehören zu den etwa 60 Kindern, die an der besonderen Leseförderung der Luisenschule teilnehmen.

Bild 2: Annika Hanks (rechts) erklärt ihrem Lese-Duo die schwierigen und unbekannten Wörter des kurzen Sachtextes. Eine halbe Stunde Leseförderung lang können sich die Kinder gut konzentrieren – und dann in den Lernzeiten weiter trainieren.

Bild 3: Die studentische Leseförderung ist ein umfassendes und erfolgversprechendes neues Projekt der Luisenschule, das Schulleiter Sven Pachur (rechts hinten) begrüßt. Links neben ihm Katja Bremer, Dozentin an der Uni Bielefeld, die mit Roswitha Dilge (links daneben) zusammen das Projekt initiiert hat. Mit Spaß dabei: einige der insgesamt 60 Lesekinder: (von links) Dascha Tretyakov, Lorin Goro, Almina Aydin und Daniel Peters.

40 Studentinnen und Studenten, von der Universität Bielefeld trainieren einmal in der Woche mit etwa 60 Kindern aus den 5. Klassen das sinnentnehmende und flüssige Lesen. Alle studieren auf Lehramt. Katja Bremer, Dozentin an der Uni, und Roswitha Dilge, Deutschlehrerin an der Luisenschule, haben das Projekt gemeinsam aufgezogen.

Es kommt gut an. Die Kinder lesen unter Anleitung in Tandems, das heißt, sie lesen zu zweit einen kurzen Text laut vor. Wenn gestockt wird oder wenn etwas falsch gelesen wird, achten die studentischen Tutoren darauf, dass der Satz noch mal gelesen wird. In der Lernzeit dann üben die Kinder allein weiter. Wie es geht, lernen sie ja im Lesetraining.

Aber flüssiges Lesen ist nicht alles. Marvin Hüchtemann, Student fürs Grundschullehramt, erklärt einer  kleinen Gruppe gespannt lauschender Kinder, was Karibus sind. „Die Kinder müssen die Texte, die sie lesen, auch verstehen“, sagt er. deshalb lässt er sie erstmal allein in Ruhe lesen, danach zu zweit und dann stellt er Fragen zum Inhalt und erklärt.

Rashid Abdo Mousselli und Lorin Goro macht das Spaß. „Die Studis sind supernett und sie bringen coole Texte mit“, finden sie. Gerade lesen sie eine kurze schaurige Geschichte zum Mummelsee, in denen Nixen und Elfen eine Rolle spielen.

Die kurzen Sachtexte erweitern so auch den Wortschatz und den kulturellen Hintergrund der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Leseprogramms. Von Mal zu Mal werden die Texte ein bisschen schwieriger – und die Kinder geübter.