02.06.08, 09:01 Uhr, Alter: 9 Jahre

„Luisenschüler machen Theater!“- Ein Baustein zur vertieften Berufsorientierung

„Ich habe gelernt, wie man sich präsentiert, wie man selbstbewusster wirkt!“ sagt Selima aus der 9b begeistert. Sie hat zwei Tage „theaterpädagogisches Berufswahltraining“ hinter sich, das von Schauspielerinnen und Pädagoginnen der RAA Wuppertal in dieser Woche (26.-29.05.2008) an der Luisenschule stattfand.

Natürlich wurden auch echte Schauspieler-Übungen durchgeführt: Sprechen mit einem Korken zwischen den Zähnen. Dazu meint Gökmen: „Interessant! Das hat mir geholfen bei meiner Aussprache, beim deutlichen Sprechen, und für eine selbstbewusste Körperhaltung.“ Die Schüler lernten eine ganze Palette an Übungen aus dem Bereich des Theaters kennen: das szenische Spiel, Improvisationsübungen oder Fantasiereisen. Ezgi hat alles gefallen: „Ich habe gelernt, klarer und deutlicher zu reden, mich zu öffnen, Entspannung und Auflockerung … Ich habe ganz viel gelernt!“. Dies sind sicher alles Grundkompetenzen für den erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben. Besonders intensiv waren die Erfahrungen, wie ein bestimmtes Verhalten auf die Mitmenschen wirkt. Aber es ging auch ganz ausdrücklich um das Thema Beruf, etwa im Telefon-Training: In einer Szene wurde die telefonische Bewerbung um einen Praktikumsplatz gespielt und anschließend ausgewertet.

Ein besonderes Element war die Fantasiereise in die Zukunft: Die Schüler sollten sich selbst in 10 Jahren vorstellen, mit Farben, Kleidern, Gerüchen, Menschen … und sich die Frage stellen: Wer bin ich dann? – Der gedankliche „Rücklauf“ zur Gegenwart führte schließlich zu einem „Vertragsabschluss“ in Partnerarbeit: Drei konkrete Schritte für den persönlichen Weg wurden in Papierform verankert, begleitet durch einen Mitschüler als „Paten“, der die Verantwortung für die Umsetzung mitträgt.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass diese ganzheitliche und kreative Form der Persönlichkeitsbildung bei den Schülern ganz neue und ungewohnte Energien und Fähigkeiten freigesetzt hat. Die Schüler erlebten eine sehr intensive Lernatmosphäre und waren entsprechend hochmotiviert.

Und auch die Trainerinnen zogen eine positive Bilanz: „Wir haben es hier an der Luisenschule als sehr angenehm und unkompliziert empfunden. Die Atmosphäre hier ist wirklich nett! Das erleben wir nicht an allen Schulen so. Und die Schüler haben wirklich toll mitgemacht! Wir glauben, dass sie eine Menge mitnehmen konnten.“

"Blumenkinder" Hamide und Zeynep: Die Eindringlichkeit der Geste wurde in "Improvisationsübungen mit roter Nase"  erfahren.

 

Serkan reicht Louisa Blumen: Eine "eingefrorene" Szene zur Schulung der Körpersprache. Ein anderer Schüler nahm dann eine der Positionen ein und veränderte sie einfallsreich.

Gökmen bekommt von Trainerin Susanne Kehrein das Telefon, um sich um einen Praktikusmplatz zu bewerben.

Das Theaterpädagogische Berufswahltraining ist eine Initiative von partnerfuerschule.nrw (Stiftung der Wirtschaft und der Landesregierung NRW) und wird getragen vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW und der Agentur für Arbeit.

 

Christoph Müer, Koordinator für die Berufswahlorientierung an der Luisenschule