06.09.10, 10:10 Uhr, Alter: 8 Jahre

Lernzeiten statt Hausaufgaben in Klasse 5

Kategorie: Zukünftige Schüler, Schüler, Eltern

Ganztagsschulen sollen Hausaufgaben in das Gesamtkonzept des Ganztages integrieren, sodass es möglichst keine Aufgaben mehr gibt, die zu Hause erledigt werden müssen, so lautet die Empfehlung der Regierung. Es wäre eine Überforderung der Kinder, wenn sie an den langen Tagen auch noch zu Hause Aufgaben erledigen müssten.

Wie war das vorher mit den Hausaufgaben?

 

§       Die Dauer zur Bearbeitung einer Hausaufgabe kann individuell sehr stark variieren.

§       Der Gesamtumfang an täglichen Hausaufgaben kann wegen der unterschiedlichen Bearbeitungsdauer nicht erfasst werden.

§       Hausaufgaben werden inhaltlich nicht nach individuellen Gesichtspunkten gestellt (nicht niveaudifferenziert).

§       Schüler, die etwas nicht verstanden haben, können die Hausaufgaben dann häufig nicht erledigen.

§       Große Lernzeitverluste entstehen beim Stellen und Diktieren, sowie bei der Kontrolle der Hausaufgaben. Dazu entstehen enorme Zeitverluste und zusätzliche unproduktive Arbeitsbelastung durch Einfordern nicht erledigter HA, entsprechende Buchführung, Elternbriefe und ggf. Gespräche.

§       Hausaufgaben können längst nicht flächendeckend qualitativ besprochen und korrigiert werden.

§       Die Chancengleichheit ist nicht gewahrt, da Eltern ihre Kinder sehr unterschiedlich stark unterstützen und nicht alle Kinder sinnvolle strukturelle Voraussetzungen zur Erledigung der HA haben.

§       Eltern und Lehrer ärgern sich mit den Kindern über nicht gemachte Aufgaben.

 

 

Das sagt die Wissenschaft

 

„Gute Schüler werden durch Hausaufgaben nicht unbedingt noch besser und schlechte Schüler begreifen durch Wiederholen noch lange nicht, was sie schon am Vormittag nicht richtig verstanden haben.“

 

 

1300 Schüler und 500 Lehrer wurden befragt. Die Umfrage ergab, dass etwa ein Drittel der Lehrer zugab, nicht einschätzen zu können, ob Hausaufgaben den Schülern überhaupt irgendwas bringen.

 

 

Es wurde kein empirischer Zusammenhang von Hausaufgaben und Zeugnisnoten festgestellt!

 

 

Bei etwa drei Viertel aller Schüler beobachteten die Lehrer überhaupt keinen Erfolg durch Hausaufgaben.

 

 

Hausaufgaben sind blöd, Schüler wussten das schon immer!

 

(Schlagzeile Spiegel-online)

 

 

 

Konsequenzen für den Umgang mit Hausaufgaben im Ganztag der Luisenschule:

Hausaufgaben werden im Ganztag grundsätzlich nicht erteilt. Stattdessen werden Lernzeiten in die Schule verlagert.

 

§       Die Lernzeitgewinne in den Stunden werden stattdessen als Übungszeiten genutzt. Zusätzliche Lernzeiten werden in der Stundentafel bereitgestellt.

 

§       Alternative Lernhilfen (z.B. Lernpatenschaften, innerschulische Kurse im Rahmen des Förderkonzepts, Kooperationspartner,...)  unterstützen die Schüler beim individuellen Lernen.

 

§       Lehrer, Lernpaten oder externe Experten stehen den Schülern während der Lernzeiten beratend zur Verfügung.

 

§       Langfristige Arbeiten (Wochenarbeit, Monatsarbeit, Projektarbeit) können in Projektform sinnvolle Ergänzung zum Unterricht sein. Sie dürfen nicht die Hausaufgaben ersetzen, sondern im Einzelfall den individuellen Lernprozess unterstützen. Dabei ist vom Jahrgangsteam sicherzustellen, dass der zeitliche Umfang von Pflichtaufgaben gering bleibt. Die Aufgaben werden im Klassenbuch und übersichtlich im Klassenraum dokumentiert.

 

§       Freiwillige Arbeiten (z.B. zusätzliche Übungsmaterialien) können selbstverständlich ausgegeben werden. Diese sind aber zugunsten der Freiwilligkeit unabhängig vom Unterricht oder von Klassenarbeiten zu behandeln, d.h. dürfen nicht Voraussetzung für diese/n sein und nicht in die Bewertung einfließen.

 

§       Das Einüben von Kulturtechniken (Lesen, Fremdsprachliche Übungen (z.B. kleine Vokabelmengen regelmäßig üben), Kopfrechnen) kann bedingen, sich regelmäßig in kleinen Portionen mit etwas auseinanderzusetzen. Hierbei handelt es sich nicht um traditionelle Hausaufgaben, sondern um Übungsaufgaben, die im geringen Umfang von einem auf den nächsten Tag gestellt werden können. Das Jahrgangsteam stellt sicher,  dass der zeitliche Umfang des Einübens von Kulturtechniken gering bleibt.

 

§       Das Erledigen der HA ist damit nicht mehr Bestandteil der Noten im Bereich des Arbeitsverhaltens (Zuverlässigkeit und Sorgfalt / Leistungsbereitschaft). Dafür wird beurteilt, wie die Schüler die neu entstehende Lern-/Übungszeit und die Lernhilfen in der Schule nutzen.

 

§       Die Jahrgangs-/ Fachteams geben nach einem halben Jahr Rückmeldung zur Umsetzung  dieser Absprachen, damit ggf. nachgesteuert werden kann. Zum Ende des Schuljahres werden  Schüler und Eltern zu ihren Erfahrungen befragt. Die Evaluationsberater unterstützen dieses Feedback.

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