2002 - dato Rektor Pachur

Abriss: Die Luisenschule des 21.Jahrhunderts muss ohne den Kükenstall auskommen.
Vorfreude: Schulleiter Sven Pachur mit den Schülersprechern Nicole Wiertel und Mohamed El Hamdaoui und Geschichtslehrer Maik Paulini freuen sich auf das Schuljubiläum.

Bei dem Kükenstall-Schild handelt es sich um den letzten Überrest des altehrwürdigen "Kükenstalls", dieser Gebäudeteil musste für den modernen Anbau abgerissen werden. Mit der Glocke wurde damals zur Pause geläutet.
Symbolcharakter: Die Luisenschule soll künftig nicht nur architektonisch Tradition und Fortschritt verbinden.

Als im August 2002 Herr Pachur das Amt des Schulleiters übernahm, kehrte mit ihm neuer Schwung in die Paulusstraße ein. „Es herrschte plötzlich eine deutlich spürbare Aufbruchstimmung.“, erinnert sich Lehrer Christoph Müer. Die Sanierung des Gebäudes war mittlerweile beschlossene Sache und so hatte die Neugestaltung des Schulgeländes oberste Priorität. Die Bagger konnten anrücken.

Doch wie bereits sein Amtskollege Lienenklaus vor rund 100 Jahren in seiner Einweihungsrede mahnend feststellte: „nicht das Gebäude ist die Hauptsache, sondern der innere Betrieb. Die Arbeit an den anvertrauten Kindern, Unterricht und Erziehung!“, so war sich auch Pachur von Beginn an bewusst, dass ein erfolgreiches Bestehen der Luisenschule mit Blick auf die schulischen Bildungsanforderungen des 21. Jahrhunderts nur über neue Unterrichtskonzepte und Arbeitsstrukturen erfolgen konnte.

Wer neue Heilmittel scheut, der muss alte Übel fürchten“, betonte er bei seiner Amtseinführung und forderte von seinem neuen Kollegium die Bereitschaft ein, eigenverantwortlich, kreativ und konsequent neue Wege des Lernens zu gehen. Neben einer Wiederbelebung der traditionellen Sekundärtugenden im erzieherischen Bereich sollten vor allem individuelle Förderung, Berufswahlorientierung und Teamarbeit die künftigen Säulen des Schulbetriebes sein.

Nach langer Zeit des Planens und Schaffens wurde im Juni 2004 der moderne Anbau feierlich eingeweiht. Die Luisenschule verfügt seitdem über neue moderne naturwissenschaftliche und multifunktionelle Räume. Auch die inhaltliche Arbeit des Lehrerkollegiums sollte langsam Früchte tragen: Neben den kontinuierlich steigenden Anmeldezahlen machen vor allem das gute Abschneiden der Luisenschüler bei den Zentralprüfungen sowie zahlreiche Auszeichnungen der Öffentlichkeit transparent, dass aus der altehrwürdigen Mädchenschule ein modernes Haus des Lernens geworden ist. So bekam die Luisenschule 2007 als erste Schule in Bielefeld und als zweite Realschule in NRW das Gütesiegel für individuelle Förderung verliehen. Mit diesem Siegel zeichnet das Schulministerium besonders gute Förderkonzepte für Schülerinnen und Schüler aus.

Pünktlich zum 100jährigen Geburtstag zeigt sich die Luisenschule mit ihren derzeit rund 500 Schülerinnen und Schülern für die Zukunft gerüstet. Als moderne Bildungseinrichtung identifiziert sie sich wieder mit ihrer langjährigen Tradition als Realschule im Herzen Bielefelds. Die Entwicklungen der jüngsten Vergangenheit dokumentieren, dass die „Luise“ wieder ein hohes Maß an Ansehen und Vertrauen bei Eltern, Kindern und außerschulischen Partnern genießt. Und – in guter alter Tradition – kann die Luisenschule heute, genau wie in vergangenen Tagen, von sich behaupten: Jede Schülerin und jeder Schüler erhält einen Platz an einer weiterführenden Schule oder bekommt eine Lehrstelle.

Stellt sich an dieser Stelle abschließend die Frage nach der zukünftigen Entwicklung der Luisenschule? Wie vor 100 Jahren ist der aktuelle Schulbetrieb durch einen offensichtlichen Platzmangel im Schulgebäude gekennzeichnet. Immer wieder sind deshalb auch kreative Lösungen im Unterricht gefragt. Darüber hinaus haben sich Lehrkräfte und Eltern im Jubiläumsjahr dafür ausgesprochen, dass die Luisenschule eine Ganztagschule werden soll. Die Stadt Bielefeld und die Bezirksregierung haben diesem Votum vor kurzem offiziell zugestimmt. Hinter den Kulissen laufen bereits die Planungen für eine mögliche Erweiterung der Schule. Man darf gespannt sein!