19.07.11, 11:46 Uhr, Alter: 7 Jahre

Kurzgeschichtenwettbewerbes der Jahrgangstufe 9

Während des bunten Abends am 30.06.2011 fand auch die Auszeichnung des Gewinners des Kurzgeschichtenwettbewerbes der Jahrgangstufe 9 statt. Dominic Otte aus der Klasse 9c freute sich über den ersten Platz seiner Kurzgeschichte mit dem Titel „Haushalt“ und erhielt einen Preis für diese tolle Leistung:

Haushalt (Dominic Otte)

Mühsam saugte Sabine das Wohnzimmer. ,,Mein Gott, kann der denn wirklich gar nichts wegräumen?", murmelte sie leise vor sich her. Da kam ihr Mann Stefan durch die Eingangstür, ließ ein gelangweiltes ,,Hallo Schatz, ich bin zuhause!", von sich hören und ging mitsamt Jacke und Schuhen in Richtung Wohnzimmer. ,,Och Stefan, ich habe hier gerade sauber gemacht!", fuhr Sabine ihren Mann an ,,zieh doch wenigstens deine dreckigen Schuhe aus, du saust hier ja alles voll!". Sabine war sichtlich sauer und es wunderte sie auch nicht, dass von ihrem Mann nur ein lasches ,,Ja, mach ich gleich" zurückkam. Genervt holte sie das Bügelbrett aus der Abstellkammer und bügelte los, während ihr Mann sich mit einem kühlen Bier bewaffnet auf die Couch verfrachtete und Fußball guckte. ,,Schatz, dir würde ein bisschen Hausarbeit auch nicht schaden, oder?" Sabine versuchte wie so oft ihren Stefan zur Hausarbeit zu bewegen. Doch sie bekam mal wieder eine Abfuhr: ,,Ach was, du schaffst das schon". Stefans Augen starrten die ganze Zeit über auf den Fernseher. Sie erinnerte sich an den Zeitungsausschnitt, den sie heute Morgen gelesen hatte. Er handelte von einem Paar-Therapeuten. Aber war es mit ihnen wirklich schon so weit gekommen, dass sie Hilfe brauchten? Sabine zerbrach sich den Kopf darüber. Währenddessen war Stefan schon bei seinem zweiten Bier angelangt. Sie musste es einfach wissen, sie musste ihn noch mal fragen, um ganz sicher zu gehen: ,,Stefan, kannst du mir mal bitte beim Wischen in der Küche helfen?" ,,Ach was, das schaffst du schon!". Sie kannte die Antwort bereits, bevor er sie aussprach. Sie ging in die Küche und wischte gerade schnell den Boden, damit sie sich danach noch an das Fenster machen konnte. Sie machte das Fenster langsam auf und setzte sich auf die Arbeitsplatte, damit sie auch in jede Ecke kommen würde. Plötzlich kann sie ihr Gleichgewicht nicht mehr halten und fällt aus dem Fenster. Jedoch kann sie sich gerade noch so an der Fensterbank festhalten. ,,Stefan, hilf mir!!", schreit sie so laut sie nur kann. Erst nach einigen Sekunden bekommt sie die Antwort:

,,Ach was, das schaffst du schon!"